Verschlossen

Ich war es gewohnt, diese Welt in seinen zwei Teilen zu leben. Auf der einen Seite die Welt, wie ich sie täglich sehe und erlebe und auf der anderen Seite du, den ich wie ein Geheimnis hüte. Die Welten verschwimmen mittlerweile ineinander, was einst geheim war, entfaltete sich nun in meiner anderen Welt. Doch die Angst ist groß, dass nun der Zauber verschwindet. Für mich warst du immer ein Märchen, welches ich nur in meiner für mich erschaffenen Welt sah. Du warst nur dann dort, wenn ich es schaffte mich von der anderen Welt zu lösen. Hört dieses Märchen auf, wenn ich beide Welten aufgebe und sie zu eins werden? Ist diese Liebe nur Teil eines Märchens, was ich tief in mir erblühen ließ? Wirst du auch bei mir sein, wenn dieses Märchen endet und der Zauber verblasst ist?

Resonanz

Der schwarze Flügel war hinten im Raum. Durch die Sonnenstrahlen, die auf die schwarze Lackschicht schienen, glänzte der Flügel und warf seine Farbspiele im Raum umher. Er saß auf dem Sitz. Die Schultern erst hängend und dann immer aufrechter, legte er seinen Fuß auf die Pedale und nach einem tiefen Seufzer berührte er die Tasten seines Klaviers. Die Spannung war groß. Bald würde der ganze Raum mit dieser Musik erhallt werden. Langsam fing er an zu spielen. Die tiefen Töne der Mondscheinsonate drangen in mein Ohr.  Mit Präzesur und Leidenschaft war der Raum alsbald voll mit den Tönen, die er erschaffen hatte. Erfasst von solch einer Melancholie, dass langsam eine Träne an meiner Wange herunterrollte.

Licht

Tief in der Dunkelheit wandere ich umher. Ich frage mich, wie lange es schon so dunkel ist. So dunkel und einsam … Wer war es, der mir das Licht im Leben geraubt hat? Habe ich etwa Tag für Tag selber die einzelnen Kerzen, die in dieser Dunkelheit spärlich etwas Licht gaben, ausgepustet? Die Kraft, die diese Kerzen am Leben hielt, verschwand wohl mit der Zeit. Werde auch ich irgendwann wie diese Kerzen mein Licht verlieren? So einsam und völlig in der Dunkelheit, würde niemand bemerken, dass ich verschwinde.

Strand

Sie lief voraus. Er schaute ihr hinterher und folgte langsam ihren Schritten. Ihre Fußabdrücke waren leicht in den Sand graviert. Er versuchte ihre Schritte nachzuahmen. Ihre Haare wehten in der leichten Brise umher, bedeckten ihr Gesicht und ihre Tränen. Sie war nur eine Haaresbreite entfernt, dennoch traute er sich nicht, seinen Arm nach ihr auszustrecken. Eine Kluft war zwischen ihnen. Manchmal reißte einen das Leben so weit auseinander, dass nicht einmal Gefühle diese Kluft überwinden können. Ihm blieb nichts anderes übrig, als ihren Schritten zu folgen. Immer mit dem selben Abstand, während ihr Blick nach vorne gerichtet war und er sie stumm  von hinten beobachtete.

Trauer

Ich hatte schon ganz vergessen, dass es noch diesen Blog gibt … Ich freue mich sehr, dass trotz meiner Abwesenheit sich doch noch der ein oder andere auf meinem Blog verirren konnte.

Ich liege schon tief am Meeresboden. Um mich herum wird das Licht der Sonne gebrochen, dass dort weit oben auf mich und das Meer hinabblickt. Da ich noch so viel Licht sehen kann, bin ich wohl nicht so tief gesunden, wie ich dachte. Oder vielleicht hat mich die Zeit vergessen lassen, wie tief mich die weite des Meeres runtergezogen hat und das Licht nur noch Teil einer Erinnerung ist, die schon langsam verblasst. Vieles was mir wichtig ist, ist nur noch eine vage Erinnerung. Die Erinnerung an das mir kostbarste kann ich schon nicht einmal mehr heraufbeschwören. Aus diesem Grund ist es mir nur noch möglich, dich in den Träumen zu sehen. Mir wurde mal gesagt, dass die Seelen der Menschen sich in den Träumen wiederbegegnen. Das ist ein schöner Trost. Für jemanden, dessen Anlitz ich schon längst vergessen habe. Die Zeit und Sehnsucht hat dich in meinen Träumen neu erschaffen. Mir wäre es nicht einmal vergönnt, dich zu erkennen, falls du dich eines Tages in meine Meere begeben würdest. Zwischen Leben und Tod ist nur eine Linie. Vielleicht ist es diese eine Linie die uns trennt. Sag mir, bist du oder ich am Leben? Nach all dieser Zeit habe ich vergessen, was ich wirklich bin. Ich habe mich selbst verloren …

Zwischen Religionsfreiheit und Bildung

Karlsruhe – Hoffnungsstadt für viele praktizierende Gläubige, vor allem Muslimas.

Ich bin erstaunt darüber, dass viele ihren Traum nicht aufgeben, um zu studieren, damit sie lehren können; unsere Kinder weiterbilden können. Nach langen Jahren in der Uni stehen viele vor der großen Entscheidung: Das Tuch was gegen das Gesetz einiger Bundesländer stößt, muss abgelegt werden, oder die Karriere bleibt auf der Strecke liegen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele emanziperte, gebildete Frauen sich geweigert haben ihr Kopftuch abzulegen und ihren Traum aufgegeben haben. Zwar könnte man sagen :“Selbst schuld!“, aber sofern keiner die Situation für viele Muslimas kennt, in dem sie ein Teil ihrer Persönlichkeit und Glaubens aufgeben müssten für den Lehrerberuf, wird es sehr schwer sie nachzuvollziehen.

Schließlich war es dieses Land, was ihnen diese Bildung und Freiheit ermöglicht hatte und nun wird es ihnen nicht ermöglicht ihren Beruf, für den sie hart gekämpft haben, auszuüben.

Diese Debatte begann schon ziemlich früh und mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2003, in dem erklärt wurde, dass aus dem Gesetz (bezogen auf Baden-Würrttemberg) ein Kopftuchverbot nicht zu entnehmen sei. Hierauf wurde in einigen Bundesländern für die Beamten ein Neutralitätsgesetz eingeführt. Inwiefern die Religionsfreiheit davon betroffen wird, wurde damals nicht beantwortet.

Trotzdem trugen vieler meiner Lehrer ein Kreuz. Aber für die Kopftuchträgerinnen war ein Traum geplatzt. Für sie war es offensichtlich, dass ein Stück Tuch sie von ihrem Traum hindern würde.

Und jetzt will das Bundesverfassungsgericht das Kopftuchverbot für verfassungswidrig erklären. Eine Tür würde sich für viele Muslimas öffnen, doch genauso wird dieses Urteil auf Kritik stoßen.

Auf der offiziellen Facebook-Seite der CSU wurde dieses Bild veröffentlicht. Darunter sind auch viele Beschwerden der

Bürgern über eine Islamisierung Deutschlands und die Verteidigung der christlichen Werte, die durch dieses Gesetz hervorgehen.

Nun frage ich mich: Wie sollte dieses Gesetz Deutschland schaden? Indem es zeigt, dass die heutigen Urteile immer noch auf der Grundlange unseres Grundgesetzes sind? Oder ist es die Angst, dass eine vollverschleierte Frau Kindern einreden würde, in den Jihad zu ziehen?

Wie auf einem anderen Blogeintrag schon erwähnt, wurde ich in einem katholischen Kindergarten von Schwestern betreut. Mir hat es nicht geschadet. Von meiner Religion bin ich nicht abhanden gekommen, lediglich öffnete das schon in Kinderzeiten mein Weltbild – Christen und Muslime friedlich zusammen!

Würde es unseren Kindern nicht helfen, dass Kopftuchträgerinnen, Homosexuelle oder Tätowierte unterrichten würden? So dass sie von Anfang an wissen, wie damit umzugehen ist? Und dass wir alle nur Menschen sind.

Wieso müssen alle Lehrer den Standarts entsprechen und haben wenig Möglichkeit ihre Persönlichkeiten zu entfalten.

Ich hoffe inständig, dass durch Aufhebung dieses Verbots, Deutschland einen Schritt weiter in Richtung Toleranz geht. Dass uns Bürgern immer mehr Möglichkeiten gegeben werden, uns frei zu entfalten und dass auch das Kopftuch Teil einer Schule sein kann.

Mich würde auch Eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Sollte das Kopftuchverbot in Deutschland aufgehoben werden oder nicht?

Quelle vom Bild: http://www.fr-online.de/politik/bundesverfassungsgericht-das-kopftuch-im-klassenzimmer,1472596,30110262.html

Ausschnitt aus meinem Roman V – Melancholie

Und wieder einmal dürft Ihr einen kleinen Blick in meinen Roman erhaschen!

„Das ist viel zu gefährlich!“ Die Verzweiflung in der Stimme konnte ich deutlich hören. „ Es wird alles gut. Ich übernehme die Verantwortung dafür.“ Endlich, ich hatte seine Stimme so vermisst. Ich nahm gar nicht wahr, worüber sie sprachen. Einzig und allein der Klang seiner Stimme erhielt mich am Leben. Jemand hielt meine Hand. Ich konnte es eindeutig spüren. Doch plötzlich fühlte ich mich so leer. Das Ende war nah. Ich wünschte ich hätte in diesem Moment meine Augen aufgeschlagen. Und ihn wenigstens ein letztes Mal gesehen.“


Ihr wollt weitere Einblicke in meinen Roman? Klickt euch rein!

Ausschnitt aus meinem Roman I

Auschnitt aus meinem Roman II

Ausschnitt aus meinem Roman III

Auschnitt aus meinem Roman IV


Ich freue mich sehr über Anregungen, Kritik und Lob!

Bei Fragen zu meinem Roman dürft ihr gerne kommentieren oder mich privat kontaktieren.

Viel Spaß beim Lesen!