Zwischen Religionsfreiheit und Bildung

Karlsruhe – Hoffnungsstadt für viele praktizierende Gläubige, vor allem Muslimas.

Ich bin erstaunt darüber, dass viele ihren Traum nicht aufgeben, um zu studieren, damit sie lehren können; unsere Kinder weiterbilden können. Nach langen Jahren in der Uni stehen viele vor der großen Entscheidung: Das Tuch was gegen das Gesetz einiger Bundesländer stößt, muss abgelegt werden, oder die Karriere bleibt auf der Strecke liegen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele emanziperte, gebildete Frauen sich geweigert haben ihr Kopftuch abzulegen und ihren Traum aufgegeben haben. Zwar könnte man sagen :“Selbst schuld!“, aber sofern keiner die Situation für viele Muslimas kennt, in dem sie ein Teil ihrer Persönlichkeit und Glaubens aufgeben müssten für den Lehrerberuf, wird es sehr schwer sie nachzuvollziehen.

Schließlich war es dieses Land, was ihnen diese Bildung und Freiheit ermöglicht hatte und nun wird es ihnen nicht ermöglicht ihren Beruf, für den sie hart gekämpft haben, auszuüben.

Diese Debatte begann schon ziemlich früh und mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2003, in dem erklärt wurde, dass aus dem Gesetz (bezogen auf Baden-Würrttemberg) ein Kopftuchverbot nicht zu entnehmen sei. Hierauf wurde in einigen Bundesländern für die Beamten ein Neutralitätsgesetz eingeführt. Inwiefern die Religionsfreiheit davon betroffen wird, wurde damals nicht beantwortet.

Trotzdem trugen vieler meiner Lehrer ein Kreuz. Aber für die Kopftuchträgerinnen war ein Traum geplatzt. Für sie war es offensichtlich, dass ein Stück Tuch sie von ihrem Traum hindern würde.

Und jetzt will das Bundesverfassungsgericht das Kopftuchverbot für verfassungswidrig erklären. Eine Tür würde sich für viele Muslimas öffnen, doch genauso wird dieses Urteil auf Kritik stoßen.

Auf der offiziellen Facebook-Seite der CSU wurde dieses Bild veröffentlicht. Darunter sind auch viele Beschwerden der

Bürgern über eine Islamisierung Deutschlands und die Verteidigung der christlichen Werte, die durch dieses Gesetz hervorgehen.

Nun frage ich mich: Wie sollte dieses Gesetz Deutschland schaden? Indem es zeigt, dass die heutigen Urteile immer noch auf der Grundlange unseres Grundgesetzes sind? Oder ist es die Angst, dass eine vollverschleierte Frau Kindern einreden würde, in den Jihad zu ziehen?

Wie auf einem anderen Blogeintrag schon erwähnt, wurde ich in einem katholischen Kindergarten von Schwestern betreut. Mir hat es nicht geschadet. Von meiner Religion bin ich nicht abhanden gekommen, lediglich öffnete das schon in Kinderzeiten mein Weltbild – Christen und Muslime friedlich zusammen!

Würde es unseren Kindern nicht helfen, dass Kopftuchträgerinnen, Homosexuelle oder Tätowierte unterrichten würden? So dass sie von Anfang an wissen, wie damit umzugehen ist? Und dass wir alle nur Menschen sind.

Wieso müssen alle Lehrer den Standarts entsprechen und haben wenig Möglichkeit ihre Persönlichkeiten zu entfalten.

Ich hoffe inständig, dass durch Aufhebung dieses Verbots, Deutschland einen Schritt weiter in Richtung Toleranz geht. Dass uns Bürgern immer mehr Möglichkeiten gegeben werden, uns frei zu entfalten und dass auch das Kopftuch Teil einer Schule sein kann.

Mich würde auch Eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Sollte das Kopftuchverbot in Deutschland aufgehoben werden oder nicht?

Quelle vom Bild: http://www.fr-online.de/politik/bundesverfassungsgericht-das-kopftuch-im-klassenzimmer,1472596,30110262.html

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