Wertstellung der Frau im Islam

„Der Islam unterdrückt die Frau“, „eine Frau hat keinen Wert im Islam“ … All diese Aussagen hat ein jeder von

euch gehört, erlebt oder selbst schon gedacht. Doch wieviel Wahrheit steckt hinter dieser Aussage?

Da ich keine Gelehrte bin, möchte ich hier nicht die Verse im Koran auslegen, auf die eine Frauenfeindlichkeit gestützt wird.  Bei Anfrage würde ich Euch auf aber weitere Seiten verweisen, in denen ihr euch selbst einlesen könnt.

Wie auch schon die Bibel schrieb, galt Eva als die erste Frau auf der Welt.

„O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ er viele Männer und Frauen entstehen. (4:1)“

Viele sehen die Tatsache, dass die Frau nach dem Mann erschaffen wurde, schon als erheblichen Kritikpunkt, welches die Frau als niedriggestuftes Wesen wirken lässt. Dies ist lediglich nicht nur ein Kritikpunkt im Islam,  auch der Bibel wird dies vorgeworfen.

Der Koran entgegnet dies auch mit einem weiteren Vers, in dem überliefert wird, dass die Frau für Frieden und Zuneigung sorgen soll, aber keineswegs in einer Hinsicht dem Mann untergestellt ist.

Und unter Seinen Zeichen ist dies, dass Er Gattinnen für euch aus euch selber schuf, auf dass ihr Frieden bei ihnen finden möget; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. (30:21)

Eine Sonderstellung der Frau ergibt sich in vielen weiteren Hadithen (Überlieferungen des Propheten Muhammed, Friede sei mit ihm) und Koranversen.

Der heilige Prophet des Islams verkündete über diverse  Rechte der Frau und verurteilte die Ungleichheit zwischen Mann und Frau.

„Die Welt ist nur ein Übergang zum Ewigen Leben, und die beste Voraussetzung dazu ist eine gütige Frau.“

– „Die Erde wird ihr Gesicht tragen, der Himmel wird einen Schatten auf sie werfen, und Gott wird ihr Unterhalt geben. Sie ist wie eine Blüte, der Segen Gottes wird mit jedem sein, der eine Tochter hat.“

Die Aufgabe eines jedes Mannes ist es, seine Frau zu beschützen und sie zu hüten. Er hat die Aufgabe für ihre Sicherheit und ihr Vermögen zu sorgen. Eine Frau ist nicht verpflichtet, ihren Verdienst mit ihrem Ehemann zu teilen, es ist ihr alleiniges Vermögen.

In weiteren Hadithen wird darauf appeliert, wie wichtig die Beziehung zwischen Frau und Mann sei und wie dieser gegenüber ihr verpflichtet ist ein gutes Verhalten an den Tag zu legen.

– „Die besten Männer von Euch sind jene, die sich ihren Frauen und Töchtern gegenüber am besten verhalten.“

„Je größer der Glauben eines Mannes wird, desto gütiger ist er zu seiner Frau.“

Was ein weiteres Vorurteil ist, ist die Zwangsehe die häufig im Nahen Osten seinen Brauch hat, wodurch der Ausenstehende oft das Gefühl erhält, dass die Frau weder Selbstentscheidungsrecht hat, noch über die Wahl ihres Ehemannes Mitspracherecht hat.

Auch hierzu gibt es Überlieferungen, dass die Eheschließung nur dann gültig ist, wenn die Frau auch dieser Heirat zustimmt.

Die Frau, die schon einmal verheiratet war, darf nicht eher verheiratet werden, bis sie um ihr Einverständnis gebeten wurde (und dieses gibt). Und die Jungfrau darf nicht eher verheiratet werden, bis sie um Erlaubnis gefragt wurde (und diese gibt).“ (Überliefert bei Bukhaari, Muslim und anderen)

Als Abschluss über die Rechte in einer Ehe zwischen Frauen gibt es noch folgenden Vers, in der explizit die gegenseitigen gleichen Rechte des Ehepaares erwähnen.

“…Und den [Frauen] stehen die gleichen Rechte zu wie sie [ihre Ehemänner] zur gütigen Ausübung über sie haben…” (Qur´an 2:228)

Als Abschluss möchte ich hier ein Hadith erwähnen, welches mir seit Kindertagen schon sehr gefällt, in dem die besondere Stellung der Frau als Mutter erwähnt wird.

„Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter.“

Eine Lehrerin aus dem Irak erzählte mir einmal, dass es bei Ihnen Brauch ist, dass die Kinder sogar die Füße der Mutter küssten und dadurch Liebe und Respekt der Mutter entgegenzubringen

Ich habe versucht so weit wie möglich, jede Aussage zu belegen! 🙂

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4 Gedanken zu „Wertstellung der Frau im Islam

  1. Liebe Ayame
    zur Zeit der Koranentstehung war der Koran sicher ein Fortschritt für die Gleichberechtigung. In den meisten muslimischen Ländern ist es um die Gleichberechtigung schlecht bestellt – aber ein Zusammenhang zum Islam herzustellen ist soziologisch wohl Unsinn. („Korrelatalschaden“).
    Deine Argumente überzeugen mich aber aus einem anderen Grund nicht:
    Aus einem gelungenen heiligen Buch wie etwa Koran oder Bibel, ohne die beiden in ihrer Bedeutung für die jeweilige Religion gleichsetzen zu wollen, lässt sich so ziemlich alles herausdeuten. Von spirituellen & barmherzigen Menschen das Gute und Wahrhaftige, von hartherzigen kalten das Böse und Grausame. Ich bin mir sicher, dass eine Weltreligion, und nicht nur die, nie so viel Erfolg haben könnte, wenn sie nicht sowohl für verschiedene Kulturen und Zeiten den Menschen etwas ganz Tiefes geben würde.
    Anders ausgedrückt: Auch wenn die islamische Deutungstradition im Großen und Ganzen stärker die Wortwörtlichkeit des Korans betont als etwa die Christen die Wortwörtlichkeit der Bibel, kann ein Mensch, der sich selber als gleichberechtigter Mensch unter anderen Menschen erfährt , aus dem Koran eben auch nur erkennen, dass der muslimische Glaube Gleichberechtigung fordert. Soweit ich das als Laie sehen kann, ist der Koran ein extrem komplexes Buch mit ganz vielen Bezügen in sich, aber auch zu Begebenheiten und Schriften außerhalb des Korans. Wenn Du Einzelstellen gegen Gleichberechtigung suchtest, würde Dir das wohl auch das gelingen. Mein Glaube ist daher, dass erstens nur ein durch geistige, betende, spirituelle Arbeit unterstützter Zugang es erlaubt, „Wahrheiten“ wie Deine zu bestätigen. Und zweitens erfährt man nie, ob man Recht hat mit seiner Auslegung. Drittens bin ich mir aus den genannten Gründen sicher, dass Du mit Deiner Aussage Recht hast.
    Wenn ich über den Islam nachdenke, versuch ich immer – auch wenn mein Wissen dazu leider nicht ausreicht – den Vergleich zum Christentum herzustellen. Dann kommt man schnell darauf, dass sich ein System wie im Iran unter Symmetrieumkehrung der Geschichte bzgl. der Religionen, auch ebenso gut aus der Bibel belegen ließe. Ganz zu schweigen von Steinigungen für Ehebruch usw. Und erst Recht lässt sich die Unterdrückung der Frau aus der Bibel durch geeignete Stellen prima rechtfertigen. Aber eben auch das komplette Gegenteil. Jedenfalls finde ich den Islam prima.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig ausdrücken was ich meine?
    LG PP

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    • Hallo Paul!

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Keine Sorge, deinen Gedankengängen kann man gut folgen 😀
      Natürlich lassen sowohl die Bibel als auch der Koran viel Spielraum für verschiedene Interprerationen. Jedes Individuum glaubt wie er es für richtig hält. Die Religionen haben Generationen und Kulturen überwunden. Dies erkennt man auch daran, dass an verschiedenen Orten dieser Welt die Religionen verschiedenen ausgelebt und praktiziert werden.
      Auch ist nicht zu verleugnen, dass einige Gewalttaten darin beschrieben werden. Der Unterschied zwischen Islamisten und friedlichen Moslems liegt an der Auslegung. Islamisten legen den Koran wörtwörtlich aus. Jeden Vers für sich. Moslems betrachten den Koran als Ganzen und betrachten ebenso die verschienden Bezüge in sich, wie du schon erwähntest. Manche Wörter werden mehrmals im Koran benutzt. Dann ist es natürlich wichtig, all die Verse zu betrachten, in denen diesen Wort schon mal verwendet wurde, um eine richtige Auslegung zu finden. Außerdem wurde der Koran in ca. 23 Jahren hinabgesandt. Je nach aktuellem Geschehen. So lassen sich z.B. auch die gewalttätigeren Verse erklären, die dann in schweren, kriegerischen Tagen hinabgesandt worden sind.
      Ein Beispiel habe ich im Bezug auf Alkohol. Alkohol war nicht immer verboten/haram im Islam. Erst als einige betrunken zum Gebet erschienen und daher das Gebet nicht richtig beten konnten, wurde der Vers hinabgesandt, in dem stand, dass man sich mit Alkohol nicht dem Gebet nähern sollte.
      (4:43) „O die ihr glaubt, nahet nicht dem Kontaktgebet, wenn ihr berauscht seid, bis ihr versteht, was ihr sprecht…“

      Irgendwann später ( ich glaube es war im Krieg) erkannten die Menschen nicht, dass sie einen großen Verlust erlitten und verloren hatte, aufgrund ihrer Trunkenheit. Erst dann kam es zum Alkoholverbot.
      (5:90) O die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Greuel vom Werk des Satans. So meidet ihn, auf daß es euch wohl ergehen möge!

      Hoffe das hilft dir ein wenig, die Bezüge des Korans zu verstehen 🙂

      Was den Vergleich zum Christentum angeht: Beide Religionen sind sich sehr ähnlich, ebenso wie der Judentum. Der Islam glaubt ebenso an Jesus ( Hz. Isa) und an Maria (Hz. Meryem), wobei natürlich eingige Unterschiede gegeben sind. Man sollte nicht die Unterschiede der Religionen, sondern die Gemeinsamkeiten suchen, um ein friedliches Beisammen möglich zu machen!
      LG Ayame 🙂

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