Wieso ziehen immer mehr Leute aus dem Westen in den Heiligen Krieg?

Der Vorfall über zwei europäische Mädchen, welche sich auf dem nach Syrien gemacht haben, um die Islamisten dort zu unterstützen, sorgt in Deutschland für Aufregung. Sehr viele verbieten dem Mädchen eine Rückreise, da Islamisten hier nicht erwünscht sind und diese Kinder für ihre Fehler einstehen müssen. Einige Leute, darunter vor allem Eltern, plädieren auf eine Rückreise dieser Kinder, die zurück wollen, mit der Begründung: „Wenn ihr Kinder hättet, würdet ihr anders denken.“ Mir ist des Öfteren aufgefallen, dass wenige sich damit beschäftigen, warum im 21. Jahrhundert Europäer verschiedenen Hintergrunds in die radikale Szene fallen und ihren Weg, als den einzig wahren Weg betrachten. Als Kind von Migranten ist mir seit meiner Kindheit aufgefallen, wie es zunehmend der Fall war, dass andere Ausländer im Versuch an die Integration gescheitert sind. Auch ich hatte mangelnde Sprachkenntnisse als Kind und schaffte es erst, im zunehmenden Alter dies auszubügeln. Viele andere türkische Freunde aus meiner Kindheit, waren der deutschen Sprache nicht mächtig und kamen auf die Hauptschulen, da auch die Eltern aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse ihnen nicht behilflich sein konnten. Angekommen auf der Hauptschule waren sie nur unter Ausländern und hier begann das Problem. Der Kontakt zu Deutschen Leuten war dadurch sehr gering, aufgrund der hohen Freundschaften mit Ausländern, waren es den Kindern nicht möglich ihre Sprachkenntnisse zu bessern und folglich wurden sie in der Gesellschaft als „Kanacken“ abgestempelt. Ich kenne einige „Kanacken“, die dem Aussehen komplett entsprechen, aber nicht ansatzweise asoziales Verhalten aufweisen. Da sie aber so abgestempelt werden, sind es die „Bösen Deutschen“, die diese Kinder und Jugendliche meiden und die soziale Kluft vergrößern. Genau diese Leute rutschen sehr leicht in die Szene. Ihnen fehlt das Gefühl der Zugehörigkeit, Bildung wird uninteressant und sie suchen nach einer wichtigen Aufgabe im Leben. Sterben für den Heiligen Krieg. So nennen sie das. Jedoch scheint es sich bei dem genannte Mädchen aus dem Artikel über eine fleißige Schülerin zu handeln. Ich denke, dass auch sie einen ähnlichen Beweggrund hatte. Verblendet, vielleicht von der Einsamkeit, vielleicht von vielen leeren Versprechungen, aber sie alle suchten nach einer Aufgabe. Meiner Meinung nach, gibt es keine bösen und keine guten Menschen auf der Welt. Lediglich richtige und falsche Entscheidungen. Die Opfer der ISIS treffen hier falsche Entscheidungen, halten aber fest daran, dass diese richtig sind. In einem Interview habe ich davon gelesen, dass ein Islamist, welcher in normalen muslimischen Verhältnissen aufwuchs, seine Eltern nach seinem Abrutsch in die Szene als ungläubig betrachtet hat. Diese Menschen sind verblendet. Ihnen fehlt es an gewisser Aufklärung. Und an Menschen, die ihnen sagen, dass sie gebraucht werden und das nicht für irgendeinen Krieg. Zwar ist es zweifelslos, dass das Handeln der Jugendlichen Eigenverantwortung ist. Sie haben leichtgläubig und naiv Bedingungen akzeptiert, dessen Tragweite sie wahrscheinlich erst jetzt bemerkeb oder noch immer zu verblendet sind. Dennoch finde ich, ist es unsere Aufgabe, zu sorgen, dass nicht weitere Kinder und Jugendliche nach Syrien in den Kampf ziehen. Wir können jetzt noch handeln und etwas bewegen. Wer weiß, ob nicht unsere Vorurteile und unsere Gesellschaft, diese Leute so sehr verstoßen haben, dass sie unbemerkt im Radikalismus geendet haben. Oder die Unbildung sie dazu geführt hat. Oder einfach der Drang ihrem Leben einen Sinn zu geben.

Dieser Text behandelt folgenden Artikel:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/teenagerinnen-im-dschihad-oesterreicherinnen-wollen-zurueck-a-996670.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://lm.facebook.com/lsr.php?u=http%3A%2F%2Fspon.de%2Faelru&ext=1413184107&hash=AclmZpsa8CQKda6YoZ4DUSypKktLTAYp1TxDg91fbSKJmQ&_rdr

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11 Gedanken zu „Wieso ziehen immer mehr Leute aus dem Westen in den Heiligen Krieg?

  1. Ich bin mir sicher, du kennst keine Kanacken, die wie Kanacken aussehen und sich auch wie Kanacken benehmen.
    Und schon gar nicht kannst du dir Vorstellen, daß die Eltern ihren Kanackenkindern deshalb kein Deutsch beibringen konnten, weil sie sich einen Dreck für die deutsche Sprache interessiert haben, wie sie sich auch einen Dreck für die deutsche Kultur und Lebensart und für Deutsche interessiert haben.
    Es waren keine Moslems, ihre Sprache war nicht arabisch, ihre Kultur nicht islamisch, als haram.
    So kommen dann Idiotenkinder raus, die Deutschland die Schuld geben und nur durch unsere linken Schweine und Verräter habt ihr die Möglichkeit, uns Deutsche für eure elende, steinzeitliche Islamkultur verantwortlich zu machen.
    Aber das begreifst du alles nicht. Wir deutschen sind halt engstirnig, ignorant und fremdenfeindlich.
    Jaja.

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    • Ich bitte um sachliche Kommentare. Ich stelle hier keinen Grunf dar, wieso die ISIS Anhänger findet, sondern nur was ein Grund sein könnte. Und wieso du dich auf Kanacken beziehst und sie mit dem ISIS verbindest, macht hier keinen Sinn. Es geht um 2 europäische Mädchen aus nicht- islamischen Familien. Bevor du hier mit Beleidigungen und Vorwürfen um dich wirfst, solltest du wirklich mal aufhören so ENGSTIRNIG zu sein 😉 Hier hat keiner einen Deutschen beleidigt. Ich bin selber Deutsch, habe lediglich Migrationshintergrund. Außerdem wäre es mir neu, dass eine andere Kultur „haram ist“. Unterlasse solche Kommentare demnächst. Wenn du dich mit meinem Weltbild nicht anfreunden kannst, brauchst du meinen Blog nicht lesen.

      Lg

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      • Hallo allyayame, ich bin durch Zufall auf diesen Blog aufmerksam geworden und finde das, was du schreibst, toll. Ich bin eine deutsche Christin und der Hass, der sich zwischen unseren Religionen einschleicht, macht mir Angst. Und ich sehe es genau wie du: Die wenigen moslemischen Kinder, mit denen ich damals in der Schule war, waren Außenseiter, weil sie die Sprache nicht beherrscht haben. Heute haben wir in Deutschland zwei Parallelkulturen, die sich gegenseitig zu hassen beginnen, weil jede Seite mit mieser Propaganda um sich wirft. Und ich glaube, die einzige gute Möglichkeit, die wir haben, um Schlimmes zu verhindern, ist aufeinander zuzugehen und uns endlich richtig kennenzulernen.

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  2. Hallo allyayame 🙂
    Ein neuer Blog, schön. Bin gespannt.
    Als Bloggerneulinge solltet ihr vielleicht wissen, dass man bei Kommentaren oder in Beiträgen sehr genau auf eine präzise Aussage achten muß. Gelegendlich werden sonst Sätze falsch gedeutet. Auch Nachfragen hilft.
    Ich zum Beispiel frage mich, wie der folgende Satz genau gemeint ist: Zitat „Da sie aber so abgestempelt werden, sind es die „Bösen Deutschen“, die diese Kinder und Jugendliche meiden und die soziale Kluft vergrößern.“ Zitatende.
    Klar gibt es böse Deutsche, aber meinst du das jetzt ernsthaft selber, oder willst du mit der Aussage andeuten, dass Migranten so denken und ihre eigenen Fehler nicht reflektieren können?
    Bei der Integration werden nämlich Fehler auf beiden Seiten gemacht. Das ist sehr schade, ergibt sich aber auch wohl daraus, dass die Menschen so wenig voneinander wissen. Es herrschen oft Vorurteile und Misstrauen. Diese gilt es abzubauen. Immer und immer wieder. Verständnis und verstehen wollen ist ganz wichtig.
    Was das Abrutschen in extremistische Kreise betrifft. Es sind wohl immer Menschen, die wenig Selbstbewußtsein haben und zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit bekommen. Sie fühlen sich nicht gewertschätzt und hoffen so, Freunde zu finden, zu denen sie gehören dürfen. Sie lassen zu, dass andere Macht über sie haben, um denen zu gefallen. Fälschlicherweise halten Sie das für Freundschaft und ähnliches. Dabei werden sie nur ausgenutzt und später „weggeworfen“, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Man findet dieses Phänomen auch in rechtsextremen Kreisen.
    Liebe Grüße erstmal, ich freue mich auf mehr … 😉

    Ps.: Was bedeutet „haram“?

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  3. Hallo schlafmuetze,

    vielen Dank für dein Interesse und deine Anregungen. Vielleicht hätte ich mich in diesem Punkt wirklich präziser ausdrücken müssen. Das Wort „Deutsche“ war absichtlich in Anführungsstriche gesetzt. Damit wollte ich verdeutlichen, dass es nicht meine Meinung ist, sondern die einiger Migranten. Da viele Migranten als Gastarbeiter herkamen und alle eigentlich wieder gehen wollten, dies aber nicht taten, war wohl ein großer Faktor, weshalb Migranten und die einheimischen Deutschen nicht um ein Miteinander bemüht haben. Die Folgen erleben wir jetzt.
    Ich sehe das ebenso wie du. Ich denke, viele die in den Extremismus gerutscht sind, haben das gewissen Etwas in ihrem nicht gehabt, was sie in den rechtsextremen Kreisen gefunden haben.
    Das Wort „haram“ ist ein islamischer Begriff, welches im deutschen mit „Tabu“ oder „verboten“ übersetzt werden kann. Vor Dingen die „haram“ sind, sollten sich Moslems fern halten und den Geboten Allahs gehorchen.

    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig damit helfen 🙂

    LG

    Allyayame

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    • Danke für die nette Antwort 😉
      Es gibt leider viele Gründe, warum das Zusammenleben nicht immer funktioniert.
      Interessant finde ich, dass – ich sage jetzt mal völlig wertfrei – einheimische Deutsche von Migranten ein Verhalten verlangen, die sie selber in anderen Ländern auch nicht an den Tag legen. So ist zum Beispiel bekannt, dass in Amerika Deutsches Brauchtum hochgehalten wird von deutschen Auswanderern aus den Anfängen des 19.Jahrhunderts. 😛
      Ich halte das sogar für völlig normal, weil man seine Vergangenheit nicht abstreifen kann, wie alte Klamotten. Man darf nur nicht versäumen, sich auch dem neuen Land – das ja Heimat werden soll, zu öffnen.
      Aber es ist spät. Muß ins Bettchen. Bis bald mal .. 🙂
      Mein Name ist Schlafmütze.
      Grüßlis zur neuen Woche

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  4. Ich denke, man kann vieles nicht nachvollziehen, wenn man nicht selbst einmal „Ausländer“ war. Für viele ist ihre Kultur und ihre Nation Teil ihrer Identität. Das kann und will man nicht aufgeben. Ich finde es schade, dass es heutzutage noch viele Probleme in der Integration gibt. Ich denke, es ist falsch, die Schuld irgendjemandem in die Schuhe zu schieben. Jeder kann helfen, dass die Vorurteile verschwinden und helfen zusammenzuarbeiten. Was mich oft stört ist, dass viele Assimilation verlangen. Ich persönlich bin dagegen. Natürlich sollte sich jeder, der sich assimilieren will, dies auch tun. Ich bin ein Verfechter der Integration. In einem anderen Land sollte man versuchen die Sprache zu beherrschen und die Kultur zu verstehen.
    Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, sind die Amerikaner in Deutschland die in verschiedenen Stützpunkten tätig sind. Dass diese die deutsche Sprache nicht beherrschen oder sich nicht integrieren, scheint keinen zu stören, nur weil sie Amerikaner sind. Hier sollte von jedem dasselbe erwartet werden. Jedenfalls sehe ich das so.

    Auch dir eine schöne, neue Woche.

    P.S.: Den Namen habe ich verbessert ;D

    LG

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  5. Hallo Susanne Seider,
    freut mich, dass du zu meinem Blog gefunden hast!
    Das ist leider ein Problem, dass sich über die Jahre manifestiert hat. Migranten sowie einheimische Deutsche haben gegenseitig immer mehr Vorurteile gebildet, weil sich die wenigen an die andere Kultur rangetraut haben. Was die Situation für Moslems und Türken seit dem 11. September erschwert ist der Dschihadismus und Terrorismus der von radikalen Islamisten ausgeht. Menschen die wenig über den Islam wussten, negative Erfahrungen machten oder mit den Außenseitern nichts anfangen konnten, identifizieren immer mehr die Dschihadisten mit den friedlichen Moslems. Dadurch wurde die Kluft größer.
    Das Beste was wir dagegen tun können, aneinander kennenlernen, uns verstehen und respektieren zu lernen.
    LG allayame

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  6. Hallo Allyayame, freut mich einen blog gefunden zu haben in dem Muslime sich nicht selbst nur auf ihre Religion reduzieren. 🙂 Gute interkulturelle und wahrscheinlich auch interreligiöse Kontakte zeichnen sich ja dadurch aus, dass man das Gemeinsame sucht und nicht das Trennende (davon gibt es ohnehin genug) Das funktioniert aber nur wenn beide Seiten etwas Flexibilität zeigen.

    Was den Dschihad und den IS betrifft, so kann ich gut verstehen, dass Menschen so etwas wie eine heile Welt suchen und dass es für Muslime verlockend ist in einem Staat zu leben in dem islamische Prinzipien herrschen. Was ich nicht mehr verstehen kann, ist dass irgendjemand noch meinen kann, dass der IS diesen Anspruch tatsächlich erfüllen kann. Ich habe kürzlich in die onlineZeitschrift der IS hineingeschaut und da gibt es Fotos über Morde, „Hinrichtungen“, Genocid und dazwischen immer wieder Sprüche in denen steht, dass Allah das so haben möchte usw usf. Wer hier noch einen friedlichen, moralischen Ansatz sehen kann, ist wirklich blind. Übrigens ist in dem ganzen Machwerk, in dem sehr viele Fotos sind nicht eine einzige Frau zu sehen, nicht einmal als schwarzverhüllte Hintergrundfigur oder als Passantin geschweige denn in irgendeiner anderen Rolle.
    .
    Ich freue mich auf interessanten Gedankenaustausch zum Thema Integration vor allem im Schulbereich.
    Herzliche Grüße

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    • Hallo Myriade, freut mich, dass du zu uns gefunden hast! Ich schreibe schon seit längerem, nur blogge ich erst seit neustem. Ich bin nicht nur meine Religion, auch wenn sie mich sehr geprägt hat. Ich würde nie nur über den Islam bloggen, aber ich finde es ist auch meine Aufgabe als Muslima Vorurteile zu vernichten, da jeder Muslim darunter leidet, auch ich. Mir ist es egal, ob jemand religiös ist oder nicht. Es gibt wichtigere Dinge im Leben. Außerdem handelt nicht jede Person, die sich religiös nennt, auch moralisch korekkt, obwohl sich Religionen sehr auf Moral beziehen.

      Was die ISIS anbelangt, ich weiß auch nicht wie es Menschen schaffen so sehr die Augen zu verschließen und etwas so Abartiges als etwas Richtiges anzusehen. Menschen schaffen es immer wieder, sich unglaublich zu täuschen und blindlings einer Ideologie zu folgen. Man hofft zwar drauf, dass wir von dee Vergangenheit gelernt haben, leider ist dies nicht der Fall.
      Was mich unglaublich traurig macht, ist die Tatsache, dass sehr viele gegen Ausländer, Moslems gegenüber sehr radikal eingestellt sind und dies in den sozialen Netzwerken öffentlich bekunden. Und das sind nicht wenige … Ob das nun an der Anonymität im Internet liegt, oder mehr radikale Kommentare geschrieben werden weiß ich nicht. Ich hoffe nur, dass sich diese Situation nicht erneut hochschaukelt.

      LG

      Allyayame

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